„Wir haben Platz!“ – Das steckt hinter der Aktion von LINKS

Foto: LINKS

Die Partei LINKS hat gestern für spektakuläre Bilder gesorgt: In Großbuchstaben prangte der Satz „Hier ist Platz“ vor sieben Gebäuden in Wien. Schnell verbreiteten sich die Fotos auf Social Media. Was steckt hinter der Aktion, um welche Gebäude handelt es sich und was will LINKS damit erreichen?

An sieben verschiedenen Orten in Wien ist seit Montagmorgen in großen Buchstaben „HIER IST PLATZ FÜR…“ zu lesen. Der Satz steht vor Hotels, leerstehenden Wohnhäusern und vor leerstehenden Pavillons am Gelände des Krankenhaus Hietzing. Ein achter Schriftzug findet sich vor dem Polizeianhaltezentrum Rossauer Lände. Dort ist die Botschaft eine andere: „Flucht ist kein Verbrechen. Schubhaft schon.”

Weit mehr als 100

Im Lager Moria sind 13.000 Menschen obdachlos geworden, in allen Lagern auf den griechischen Inseln sind etwa 40.000 Menschen untergebracht. Wien hat aktuell 58.000 leere Betten in Hotels. Zehntausende Wohnungen stehen darüber hinaus als Spekulationsobjekte leer. Dasselbe gilt für ehemalige Quartiere für Geflüchtete oder Räumlichkeiten wie jene des ehemaligen Geriatriezentrums des Krankenhauses Hietzing. „Allein Wien, eine einzige Stadt in Österreich, könnte alle Menschen aus den elenden Zuständen in den Lagern befreien. Doch statt die Menschen zu evakuieren, streiten unsere Politiker*innen wochenlang über die Aufnahme von 100 Kindern“, sagt Can Gülcü, einer der Spitzenkandidaten von LINKS.

Hier sind die Fotos der Schriftzüge, in Klammer daneben die Anzahl der Leute, die laut LINKS in den Gebäude untergebracht werden könnten.

Hilton, Stadtpark (579 Menschen): In Moria sind 13.000 Menschen obdachlos geworden, in allen Lagern auf den griechischen Inseln sind etwa 40.000 Menschen untergebracht. Allein Wien hat 68.200 Hotelbetten. Diese sind derzeit zu 15 Prozent ausgelastet. Demnach sind 57.970 Betten frei – und werden von der Öffentlichkeit finanziert. Obwohl die Hoteliers saftige Fixkostenzuschüsse vom Staat erhalten, wälzen sie den wirtschaftlichen Einbruch durch Kündigungen und Gehaltseinbußen auf die arbeitenden Menschen ab aber das nur nebenbei. Allein mit den leeren Hotelbetten könnten wir also jede geflüchtete Person aus den Lagern retten, würden dem Tourismus nicht in die Quere kommen und hätten immer noch 18.000 Betten übrig.
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