Ein Mittschnitt der digitalen Diskussionsreihe der Assoziation für kritische Gesellschaftsforschung vom 27. Mai 2020.

In der Corona-Krise – wie auch schon nach der Finanzkrise 2008 – ist eine Verschärfung von sozialer Ungleichheit und Unsicherheit von Wohnsituationen zu beobachten.

Die Pandemie ist für Menschen ohne festen Wohnsitz oder in überfüllten Unterkünften existenzbedrohend. Gleichzeitig haben die Lockdown-Maßnamen zu Einkommensengpässen in vielen Haushalten geführt. Diese stehen nun vor dem Problem ihre Mieten oder Hauskredite nicht bezahlen zu können.

Schon seit einigen Jahren setzen sich Mieter*innen gegen Mietsteigerung und Verdrängung in vielen Deutschen Städten zur Wehr. Daraus entstand eine Mieter*innenbewegung mit geteilten Aktionsformen, Forderungen und Netzwerken. Für diese Bewegung stellt die Corona-Krise eine große Herausforderung dar. Viele Organisations- und Aktionsformen sind zunächst nicht mehr möglich und Ressourcen für politische Arbeit sind weggebrochen. Gleichzeitig bietet die Krise die Möglichkeit und Notwendigkeit neue Forderungen zu artikulieren.

Nach den gegenwärtigen Hilfspaketen droht eine vertiefte Austeritäts- und Neoliberalisierungspolitik. Ob es geling wird, dieser eine Alternative entgegen zu stellen, hängt zentral von sozialen Bewegungen wie der Mieter*innenbewegung ab. Auch in einigen anderen europäischen Staaten (allen voran Spanien und Großbritannien) zeichnet sich eine verstärkte Zuspitzung der Kämpfe um Wohnraum ab. Dabei organisieren Aktivist*innen in großem Umfang Mietstreiks und stellen verstärkt Forderungen nach umfassenden politischen und ökonomischen Transformationen.

In dieser Ausgabe der digitalen Diskussionsreihe der AkG, diskutieren Lisa Vollmer (Bauhaus-Universität Weimar) und Bernd Bonfert (Radboud University) die strukturellen und politischen Dimensionen dieser Kämpfe um Wohnraum. Dabei werden übergreifende Tendenzen und Strategien aufgezeigt.

Moderieration durch Sascha Radl (Universität Kassel).

Die Assoziation für kritische Gesellschaftsforschung (AkG) existiert seit 2004 als ein offener Zusammenschluss von Sozialwissenschaftler*innen aus dem deutschsprachigen Raum. Sie hat sich gegründet, um gesellschaftskritische Theorieansätze in einer Zeit weiterzuentwickeln, in der eben solche Ansätze an Hochschulen kaum noch Platz finden. Ihre digitale Diskussionsreihe zum Zustand der Welt in Zeiten von Corona steht allen interessierten Personen offen und findet immer mittwochs von 16 bis 17 Uhr via zoom statt. Links dazu finden sich unten. Außerdem können alle Ausgaben hier im Mosaik-Podcast nachgehört werden.

https://akg-online.org/aktuelles/digitale-diskussionsreihe-der-akg-gesellschaftsforschung-zeiten-sozialer-distanzierung

https://www.facebook.com/events/172405694205434/

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