Ein Mitschnitt der Veranstaltung „Gesundheit statt Profite“. Die Ökonomisierung des Gesundheitswesens in Deutschland und ihre Folgen in der Corona-Krise vom 8. Februar 2021

Seit Mitte der 1980er Jahre wird die deutsche Krankenhauslandschaft auf Markt und Wettbewerb getrimmt. Ihren vorläufigen Höhepunkt fand diese Entwicklung in der Einführung der Fallpauschalen (DRG). Damit wurde nicht nur die Möglichkeit von Gewinnen und Verlusten für die Krankenhäuser forciert. Die Entscheidungen im Krankenhaus wurden darüber hinaus einer Erlöslogik unterworfen: Heute gilt es möglichst viele möglichst lukrative Patient*innen mit möglichst wenig Kosten „durchzuschleusen“. Schon vor der Corona-Pandemie führte die Ökonomisierung zu einem massiven Personalabbau vor allem in der Pflege. Das rächt sich jetzt in Form von Engpässen bei der Versorgung vor allem von intensivpflichtigen Patient*innen.

Es rächt sich jedoch auch die Überformung von medizinischen Entscheidungen durch die Ökonomie. Gerade in einer Krise, in der Ressourcen besonders knapp sind, kann ein System es sich nicht leisten, dass die Versorgung durch die betriebswirtschaftliche Logik von Erlösen, Gewinnen und Verlusten geprägt wird. Trotzdem hält die Bundesregierung weiter an den Fallpauschalen fest. Mit weitreichenden Konsequenzen für die Versorgung in der Krise.

In der heutigen Ausgabe des Mosaik-Podcasts hören den Mitschnitt einer Diskussion mit Nadja Rakowitz vom Verein demokratischer Ärztinnen und Ärzte & Kalle Kunkel aktiv in der Kampagne „Krankenhaus statt Fabrik“. Die Diskussion fand am 8. Februar dieses Jahrs statt und gehört in eine Reihe von Veranstaltungen, die an der Uni Kiel von Nikolai Huke organisiert und moderiert wurden. Wir freuen uns sehr, diese und weitere Diskussionen aus der Reihe senden zu können.

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