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Angriff auf Rojava: Wo es an der Objektivität der Presse hapert

Seit der Nacht von Samstag auf Sonntag bombardiert die türkische Luftwaffe Rojava, Nordsyrien. Die österreichische Berichterstattung dazu lässt bisher zu wünschen übrig.

Die türkische Regierung greift gerade die kurdischen Autonomieregionen in Nordsyrien und im Nordirak an. Als Grund nennt sie einen Anschlag, der vergangene Woche auf der Istanbuler Einkaufsstraße Istiklal stattgefunden hat. Für diesen beschuldigt sie, bisher ohne Beweise, die syrische Kurdenmiliz YPG und die Kurdische Arbeiter*innenpartei PKK. Angekündigt hatte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan die Offensive in Rojava (Nordsyrien) bereits seit Monaten. Seit Anfang der Woche definiert die türkische Regierung den Angriff auch nicht mehr als temporäre Vergeltung, sondern als den Auftakt einer neuen Militärkampagne und droht mit einer Bodenoffensive.

Die Berichterstattung der österreichischen Presse übernimmt dabei bislang zu großen Teilen die Darstellung des türkischen Verteidigungsministeriums.

DerStandard, Presse, Kurier, ORF.at, DerStandard, vom 20. bis zum 22. November 2022. In den Schlagzeilen der Tageszeitungen lesen wir seit Sonntag von “Vergeltungsschlägen” und “TerroristInnen“.

Während das deutsche Auswärtige Amt die Türkei zu “Verhältnismäßigkeit und Achtung des Völkerrechts” aufruft, bleibt eine Reaktion vonseiten der österreichischen Regierung seit Tagen aus.

Twitter-Accounts wie der des Rojava Information Centers verbreiten indes Bilder von den Auswirkungen des Angriffs. Laut syrischer Beobachtungsstelle für Menschenrechte wurden inzwischen 31 Zivilisten getötet. Die Zahl der Todesopfer ist nicht bestätigt.

Weitere Informationen und Handlungsmöglichkeiten gegen den Krieg in Rojava gibt es hier.

Foto-Credit: Phili Kaufmann