Frauen* an die Tasten! Die mosaik-Frauenwoche 2020

Foto: Bart Everson

Zum fünften Mal schreiben auf mosaik in der Woche rund um den internationalen Frauenkampftag am 8. März nur Frauen. Eine Frauenwoche ist nötig, weil Männer die Medien dominieren und Frauen und ihre Lebensrealitäten in den Medien an den Rand gedrängt werden.

Die Zahlen sprechen Bände: 47 Prozent der österreichischen Journalist*innen sind Frauen, im Durchschnitt sind sie besser ausgebildet als ihre Kollegen. In Führungspositionen kommen sie aber äußerst selten. Gerade einmal zwei der 15 österreichischen Tageszeitungen, der Kurier und die Kleine Zeitung, haben Chefredakteurinnen. Das Patriarchat hat die Medien fest im Griff.

Überall Eitelkeit

Auch wir, als Mosaik-Blog, stehen nicht außerhalb dieser Realität. Männer bewegen sich auch in der kritischen Öffentlichkeit oft selbstsicherer und eitler. So bekommen wir immer noch deutlich mehr Artikel-Angebote von Männern als von Frauen. Dazu kommt die Wirkung: Texte bekommen oft mehr Aufmerksamkeit, wenn sie von Männern verfasst wurden. Zum Teil weil sie diese offensiver bewerben, zum Teil weil ihr Können höher eingeschätzt wird. Unter den meistgelesenen Artikeln sind Jahr für Jahr jene mit männlichen Autoren überrepräsentiert.

Als Redaktion versuchen wir, diesem Ungleichgewicht entgegenzutreten und Autorinnen für unseren Blog zu gewinnen. Das gelingt uns nicht immer, ist aber möglich. Im letzten Jahr wurden unsere Artikel 94 Mal von Frauen und 98 Mal von Männern geschrieben. Wir haben unser Ziel, dass die Hälfte der Texte von Frauen kommen soll, in diesem Jahr also knapp verfehlt.

Wehrhaft und organisiert

Doch es geht nicht nur um arithmetische Ausgeglichenheit. Frauen und feministische Errungenschaften werden an den Rand gedrängt oder verschwinden von der politischen Bildfläche: In Salzburg geht die zuständige Landesrätin gegen die Frauenhäuser vor, auf Bundesebene gibt es kein eigenständiges Frauenministerium. Und das obwohl die Zahl der Frauenmorde unaufhörlich steigt. Dagegen gilt es anzuschreiben.

Weltweit aber organisieren sich Frauen gegen Unterdrückung, Diskriminierung und Ausbeutung. In Mexiko gehen Zehntausende gegen Männergewalt auf die Straßen. Bewegungen, die für Frauenstreiks mobilisieren, ziehen immer weitere Kreise. 500.000 Frauen legten vergangenen Juni in der Schweiz ihre unbezahlte und bezahlte Arbeit nieder, in Spanien waren es im März 2018 mehrere Millionen.

Aufruf zur Frauenwoche

Wir verbinden deswegen die Frauenwoche mit einem Aufruf. Wenn ihr, liebe Autorinnen, Aktivistinnen, Expertinnen, Denkerinnen, etwas loswerden wollt, dann schreibt uns! Fehlt euch etwas am Blog, ein Thema, über das wir noch nicht berichtet haben? Einen Kommentar oder eine Analyse, die ihr veröffentlichen wollt? Wollt ihr auf einen Artikel antworten, der auf mosaik oder anderswo erschien? Schreibt uns einfach!

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