Posts byNatascha Strobl

Nein, die Forderungen des Frauenvolksbegehrens sind nicht utopisch

Einige prominente Frauen wollen das Frauenvolksbegehren nicht unterstützen, weil die Forderungen unrealistisch und „utopisch“ wären. Dabei ist das Gegenteil der Fall, meint Natascha Strobl. Im Prinzip geht es beim Frauenvolksbegehren um zwei sehr simple Dinge. Erstens: Frauen sollen in keinem Bereich der Gesellschaft diskriminiert werden, weil sie Kinder bekommen (könnten). Und zweitens: Frauen sollten vor Gewalt und Herabwürdigung geschützt werden. Schwangerschaft
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Täter, Opfer, Held? Gedanken zum Rücktritt von Peter Pilz

Peter Pilz tritt zurück, nachdem Vorwürfe der sexuellen Belästigung bekannt wurden. Nun tobt die Schlacht in Sozialen Medien und Foren: Pilz-Fans sehen ihren Helden als Opfer (wahlweise) der Frauen, der Grünen oder der „Political Correctness“. Natascha Strobl mit ersten Gedanken zur Causa Pilz. 1. Sexualisierte Übergriffe sind keine Einzelfälle Mittlerweile müsste es eigentlich allen klar sein: Sexualisierte Übergriffe sind keine Einzelfälle
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Identitäre: Zu extrem für die AfD, genau richtig für die FPÖ

In Deutschland zerreißt es gerade mehrere Landesverbände der „Alternative für Deutschland“ (AfD) – trotz bemerkenswerter Wahlerfolge und Umfragewerte. Ein wichtiger Streitpunkt ist das Verhältnis der AfD zu den „Identitären“. Das ist aus österreichischer Sicht durchaus verwunderlich. Hierzulande bekennt sich die FPÖ doch viel offener zu ihren Kameraden von den „Identitären“, ohne dass dies bislang Konsequenzen nach sich gezogen hätte. Sympathien für die
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Vergewaltigungen aus dem Märchenbuch: Wenn ein „Nein” nicht reicht

Damit Opfer sexueller Gewalt besser durch das Strafrecht geschützt werden können, muss unmissverständlich gelten: Wer sich beim Sex über ein Nein hinwegsetzt, macht sich der Vergewaltigung schuldig. Doch der so simple wie entscheidende Grundsatz “nein heißt nein” wird immer wieder angegriffen – von Menschen, die in einer patriarchalen, frauenverachtenden Märchenwelt leben. Es gibt tradierte Frauenbilder, die nicht wegzubekommen sind. Die Frau als Mädchen, die Frau als Mutter, die Frau in Pflege-Berufen, die Frau
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Köln: Weder Schweigen noch Rassismus

Es gibt diese Zufälle. Gestern habe ich die Folge der Serie Downton Abbey geschaut, in der einer der Hauptcharaktere, Anna, vergewaltigt wird. Die Zuschauer_innen sehen die Tat nicht, nur die verstörte Anna nachher. Und es tut weh. Weil wir die Figur gerne haben, weil es eine schreckliche Tat ist und weil Annas größte Sorge ist, dass jemand etwas davon mitbekommt.
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“Keine Hoffnung in die Rechtsstaatlichkeit”

Anfang dieser Woche wurde der junge Antifaschist Jahn B. wegen Widerstandes gegen die Staatsgewalt und damit zusammenhängend wegen schwerer Körperverletzung (nicht rechtskräftig) verurteilt. Neben der strafrechtlichen Anzeige, wurde Jahn von dem Polizisten, den er angeblich verletzt haben soll, auch zivilrechtlich belangt und zur Zahlung von Schmerzensgeld und der Übernahme der Anwaltskosten des Nebenklägers verpflichtet. Jahn schritt ein, als ein anderer Antifaschist
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Die Identitären und ihr Rechstextremismus von oben

Gerne wird das Bild der arbeitslosen, glatzerten und tierähnlichen Brutalos gezeichnet, wenn es um Rechtsextremismus geht. Das ist ein Bild, das gerne aus dem deutschen Diskurs übernommen wird und eine doppelte Rolle für das bürgerliche Milleu bedient. Einerseits verfestigt es das Bild, dass arme Menschen per sé schlecht oder dumm sind und sich nicht unter Kontrolle haben. Andererseits spricht es
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Nach dem „Oxi“: Die 5 ekelhaftesten Medien Österreichs

In Griechenland wurde Demokratie-Geschichte geschrieben – und die österreichischen Medien kriegen kollektiv den Herzkasper. Natascha Strobl hat sich am Tag nach dem lauten „Oxi“ – dem demokratischen „Nein“ des griechischen Volkes zur neoliberalen Kürzungspolitik – durch die hyperventilierende österreichische Medienelite gelesen. Ein Text von Natascha Strobl und Benjamin Opratko.  Werfen wir einen kurzen Blick zurück. Fünf Jahre lang wurde dort, ähnlich
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Wenn Schnösel auf die Straße gehen oder: die Identitären

Die Identitären sind, entgegen vieler Vermutungen, immer noch da. Das ist die schlechte Nachricht. Die noch schlechtere: Sie haben sich verstetigt und machen in regelmäßgen Abständen mit Aktionen auf sich aufmerksam. Doch es gibt auch gute Nachrichten: Sie sind lange nicht dort, wo ihre großen Vorbilder sind. Und sie erfahren viel Gegenwind. Am 6. Juni wollen sie in Wien zum
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Soziale Kämpfe im Stadion ernst nehmen!

von Moritz Ablinger und Natascha Strobl Es ist ein riesengroßes Banner. „Smash § 274 StGB“ steht darauf geschrieben, 15.000 Menschen können es sehen. Es ist keine antifaschistische Demonstration, sondern eine Szene in einem Fußballstadion. Die organisierte Fanszene des SK Rapid macht beim Heimpspiel gegen den Wolfsberger AC ihrem Ärger über den Landfriedensbruch-Paragraphen Luft. 29 ihrer Mitglieder waren deswegen angeklagt worden,
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Zehn Dinge, die wir über Pegida gelernt haben

1. Pegida in Wien ist eigentlich HoGeSa (Hooligans gegen Salafismus). Pegida ist im Grunde nur ein Tarnname, vielmehr müsste es HoGeSa & Friends heißen. Die erste Pegida-Demonstration in Wien bestand großteils aus Neonazis, Rechtsextremen, FPÖler_innen und Identitären. Der Rechtsextremismus-Experte Wolfgang Purtscheller spezifiziert: „Erwähnenswerte Kontingente bei Pegida stellten die Identitären und altbekannte Hardcore-Burschis rund um Martin Graf. Außerdem bekannte Nazischläger rund
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Strache und die SA

Die FPÖ übt sich wieder einmal in sprachlicher Aufrüstung. Das ist kein plötzlicher Wutausbruch oder ein verbales Hoppala. Das ist gut kalkulierte Strategie. Strache bezeichnet Gegendemonstrant_innen gegen den FPÖ-Burschenschafterball als „SA“. So etwas rutscht nicht einfach heraus. Es fungiert als Nachricht nach innen und nach außen. Nach innen sendet es das klare Signal an den völkisch-rechtsextremen Teil der FPÖ, also die
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